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Beratung zur Baufinanzierung in 2020 - Wie erkenne ich Qualität?

Letztes Jahr untersuchte die Stiftung Warentest die Baufinanzierungsberatung von Banken, Vermittlern und Sparkassen und kam zu dem vernichtenden Ergebnis, dass Kunden bei Eigenheimfinanzierungen mehr schlecht als recht beraten sind. Mit dieser Checkliste können Sie Ihrer Bank und/oder auch uns auf den Zahn fühlen.

 

Tester offenbarten schwere Mängel bei Baufinanzierungsberatung

Was bei der Baufinanzierungsberatung alles schief laufen kann, hat die letzte Untersuchung der Stiftung Warentest aufgedeckt: zu hohe oder niedrige Kreditsummen, falsche Raten, unberücksichtigte Förderungen, verschwiegene Risiken. Die Liste der Mängel ist lang und die Geldhäuser haben sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.
 
Was die Situation noch verschlimmert, ist die Tatsache, dass viele Verbraucher den subjektiven Eindruck einer guten Beratung haben, die es dann aber objektiv nicht ist. Damit es bei Ihrem Gespräch besser läuft, berücksichtigen Sie unsere Checkliste zur Beratung bei Eigenheimfinanzierungen.
 

Vor der Baufinanzierungsberatung

  • Budget: Stellen Sie bereits vorab fest, wie viel Geld Sie im Monat – nach Abzug aller Fixkosten für die Lebenshaltung – für die monatlichen Raten Ihres zukünftigen Immobiliendarlehens zur Verfügung hätten. Vergessen Sie bei der Kalkulation nicht, dass auch Ihr zukünftiges Wohnobjekt Bewirtschaftungskosten (Nebenkosten) verursacht.
  • Eigenmittel: Erstellen Sie eine Übersicht Ihres verfügbaren Eigenkapitals. Fragen Sie sich, was davon sofort oder auch erst später verfügbar ist. Weiterhin sollten Sie auch die Renditen Ihrer Geldanlagen berücksichtigen, bevor Sie diese übereilt für den Erwerb Ihres Eigenheims auflösen.
  • Kosten: Wie viel Ihr Haus kosten soll und darf, das sollten Sie in jedem Fall vorab ermitteln. Rechnen Sie immer inklusive aller Nebenkosten, die durch Makler, Steuern und den Notar entstehen.
  • Abbezahlt: Machen Sie sich klar, wann Sie spätestens schuldenfrei sein wollen. So hat Ihre Finanzierung ein Ziel und kann mehr nach Ihren Wünschen ausgerichtet werden. Grundsätzlich gilt: Spätestens bis zur Rente sollte das Wohneigentum abbezahlt sein.
  • Boni, Erbschaften und Sondereinkommen: Wenn Sie unregelmäßige Einkünfte haben oder erwarten, berücksichtigen Sie auch diese. Sie können später zur Sondertilgung eingesetzt werden.
 

Während des Gesprächs

Bei der Beratung sollten Sie folgende Punkte mit dem Berater durchgehen/beachten:
  • Analyse: Ein guter Banker/Berater wird gleich zu Beginn immer Ihre finanzielle Situation detailliert abgefragen. Dabei ermittelt er nicht nur Ihre aktuellen Einkommensverhältnisse, sondern prüft auch, wie sich Ihr Familieneinkommen in den nächsten Jahren voraussichtlich entwickeln wird. Dies ist wichtig, um eventuelle Sondertilgungsoptionen darauf abstimmen zu können.
  • Geldreserve: Vor allem beim Kauf einer gebrauchten Immobilie fragt ein guter Berater wie hoch eventuelle Aufwendungen für Renovierungen und sein werden, damit hierfür ein ausreichender Geldbetrag reserviert werden kann.
  • Anschlussfinanzierung: Ein Risiko können Zinssteigerungen am Ende der Zinsbindungsfrist sein. Lassen Sie sich ausrechnen, wie hoch die Rate wäre, wenn die Bauzinsen in Zukunft steigen. Denn bei Finanzierungen mit kurzfristiger Zinsbindung oder bei variablen Darlehen können sich die Zinskosten massiv erhöhen, wenn im Lauf der Zeit die Marktzinsen wieder steigen. Verantwortungsbewusste Banker/Berater zeigen Ihnen anhand einer Hochrechnung verschiedener Szenarien, wie sich dieses Risiko im Vergleich zu langfristig gebundenen Darlehen auswirken kann.

  • Unterstützung vom Staat: Mit Förderungen durch die öffentliche Hand verdient eine Bank kein Geld. Lassen Sie diese Möglichkeiten trotzdem nicht unter den Tisch fallen und fragen Sie direkt nach dem KfW-Wohneigentumsprogramm oder Wohn-Riester. Auch die einzelnen Bundesländer haben eigene Förderprogramme.
  • Restschuld: Wichtige Fragen: Wie viel Darlehen bleibt am Ende der Zinsbindungsfrist übrig? Welche Summe muss anschlussfinanziert werden? Wann sind Sie schuldenfrei?
  • Optionen: Wie flexibel wird Ihr Kredit? Können Sie Zahlungen aussetzen oder Sondertilgungen leisten? Ist der Tilgungssatz variabel?
  • Europäisches Standardisiertes Merkblatt: Mit diesem Dokument haben sie alle Konditionen des Angebots auf einen Blick. Es ist Ihr Recht als Kunde. Weiterhin können Sie so die Offerten besser vergleichen.
  • Zinsbindung: Wie verhalten sich die Kosten bei Krediten mit 10, 15, oder 20 Jahren Zinsbindung? Was für Konditionen gibt es bei der Kompletttilgung bis zum Ende der Laufzeit (auch Volltilgerdarlehen)?
  • Finanzierungsplan: Ihre Bank sollte mit Ihnen einen Finanzierungsplan erstellen, der Sie über den Aufbau des Darlehens, die monatliche Belastung und die Restschuldentwicklung aufklärt.
 

Nach der Beratung zur Immobilienfinanzierung

  • Gegenchecken: Nehmen Sie sich Zeit, das Angebot auf Herz und Nieren zu prüfen. Stolperfallen verstecken sich oft im Kleingedruckten. Für Laien sind viele Begriffe schwer zu verstehen. Hier komme ich als Ihr Consegliere ins Spiel. Ich prüfe und erkläre Ihnen alle Details, beantworte die offenen Fragen (auch solche, die noch Tage später entstehen). Gleichzeitig suche ich für Sie nach einem günstigerem Angebot gemäß Ihren Vorgaben. Ja klar – kostenlos.
  • Finanzierungszusage: Bevor Sie den Bau- oder Kaufvertrag unterzeichnen, sollten Sie unbedingt die schriftliche Finanzierungszusage einer Bank besitzen.
Wie Sie sehen, hängt eine gute Beratung von vielen Punkten ab. Keinen davon sollten Sie unberücksichtigt lassen, schließlich kosten Fehler bei der Immobilienfinanzierung schnell mehrere Tausend Euro und sie binden sich vertraglich für einen sehr langen Zeitraum. Achten Sie darauf, dass Sie alle Punkte im Darlehensvertrag verstehen, und lassen Sie sich diese im Zweifelsfall erschöpfend erklären.

Leyla Haddi

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